Gespeichert unter: Mainfranken Theater
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Peer Gynt ist ein Phantast. Skrupellos gibt er jeder Laune nach. Getrieben von dem naiven Wunsch Kaiser zu sein, zieht es Peer in die machtpolitischen Brennpunkte: nach Amerika, nach Nordafrika, in den Nahen Osten. „Ich bin ich selbst!“, sagt Peer. Wer aber ist dieses Ich, wenn Orte und Menschen beliebig austauschbar werden?
„Peer Gynt“, vor mehr als 100 Jahren entstanden, ist eines der ersten Dramen, die die Geschichte des modernen Menschen in einer globalisierten Welt erzählen.
Die Inszenierung am Mainfranken Theater ist harte Kost: mächtige, gründominierte Bilderwelten, unterlegt mit monotonen Technobeats und ein ins Abstrakte abgleitender Handlungsverlauf lassen Peers Egotrip wie einen Drogenrausch erscheinen. Die vom Publikum sicherlich ersehnte Peer-Gynt-Suite von Edvard Grieg bleibt aus, dafür hämmern unaufhaltsam dezibelgeschwängerte Industriebeats das fast überdimensionale Bühnenbild in die Wahrnehmung des Auditoriums.
Eine eigene, gewaltige Inszenierung, mächtig und nachhaltig. Kein Amüsement, harte Arbeit auch für den Zuschauer. Wer sich hiervon nicht abschrecken lässt, wird das (Mainfranken-) Theater lieben. Ich habe es durch dieses Erlebnis lieben gelernt!