Gespeichert unter: Schauspiel
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
Zu Hause beim alten Meister: in historisch bedeutsamen Mauern gibt das ehrwürdigen Nationaltheaters zu Weimar, wo Schiller zu Lebzeiten seine Stücke selbst inszenierte, Maria Stuart zum Besten. Die beeindruckender Statisterie zeigte sich flexibel und formbar wie ein Fischschwarm, (trans-) formiert und erfindet sich dabei ständig neu, ist Hofstaat und Hofnarr, synchron und einer Chor-Inszenierung durchaus würdig. Nicht so die Königinnen selbst, die – trotz der grandiosen Fassung – schwächelnd durch die Akte schlendern.
So lebt die Inszenierung vor allem durch die ausgefeilte Chorographie und einer getakteten Dialogführung. Kaleidoskopähnliche Formationen schmeicheln der Netzhaut, während Friedrich vor den Türen bleibt und nach den Lorbeeren zu greifen versucht. Spannend inszeniert, nicht interpretiert, das ist Maria Stuart in Weimar.
Gespeichert unter: Schauspiel
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
Leider ist es mir nicht möglich, für den Erdbeermund eine entsprechende Rezension zu schreiben, da ich das Stück zur Halbzeit angewidert verlassen musste. Eine erotische Lyrikrevue mit Balladen über Liebe, Hass und Leidenschaft wurde versprochen, eine peinlich-frivole Blamage im Stil von Klimbim wurde geboten.
Ein unförmiger Akteur versinkt auf einer Couch, wird umschlichen von drei Damen im Kätzchenkostüm, die sich abstrampeln, als säßen Brad Pitt oder George Clooney vor ihnen auf der Couch. Dazu Gedichte, die für sich das Attribut Lybeslyrik beanspruchen dürfen, in dieser Form aber zur Persiflage verkommen. Mehr Ekel als Erotik! Jedem (!!!) sei an dieser Stelle das „Zwischenstück mit dem Feigenblatt“ in der Kammer des Mainfranken Theaters ans Herz gelegt, denn hier wird Erotik nicht vorgeführt, sondern gelebt!
Gespeichert unter: Schauspiel
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
In Berlin steppt der Bär – in diesem Fall jedoch der von Katja Riemann, der bei einer leidenschaftlichen Sexszene auf dem Bühnenboden der Komödie am Kurfürstendamm unter dem kleinen Schwarzen hervorblitzt.
Die „Szenen einer Ehe“ zeigen schonungslos und prototypisch die Metamorphose vom Paar zur Wohngemeinschaft mit Trauschein. Bekannt für professionelles Regietheater setzt die Komödie mit Katja Riemann und Peter René Lüdicke zwei emotionale Akrobaten in ein unterkühltes Bühnenbild und gibt so viel Raum für einen perfiden und pervertierten Machtkampf zwischen den Geschlechtern.
Und dieser Freiraum wird genutzt: es wird gelacht, geweint, geschrien, getanzt, geheult und gefickt. Immer stilvoll, immer echt, und dennoch bleibt die Distanz gewahrt, die Schauspieler reichen kaum in den Zuschauerraum. Dafür aber solides Bühnenspiel.