Seine schönsten Umfragen | Alfons
30. November 2007, 20:15
Gespeichert unter: Cabaret

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20071130_alfons.jpg„´eute mein dema: Toleranz gegenüber Ausländern.“ Die Begebenheiten aus dem zweiten Weltkrieg verlangen es wohl, dass wir gegenüber unseren westlichen Nachbarn Zurückhaltung und Toleranz üben. Ein gescheiterter Versuch:

Alfons, französischer Patriot und Sprachrohr des kleinen Mannes, tut genau das, was man von ihm erwartet: mit übergroßem Puschelmikro und überkleiner Trainingsjacke angelt er im Sumpf der Gossenphilosophie nach den Weisheiten der Unterschicht.

Was im Fernsehen unterhaltsam wirkt, verliert auf der Bühne schnell an Charme. Alfons verkommt zum Filmvorführer, der die Zeit zwischen den Filmchen mit gutgemeinten Moderationen zu überbrücken versucht. Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht!

Letztlich bietet der Abend eine geballte Ladung (alter) Alfons-Umfragevideos und der Zuschauer fragt sich irritiert, wer die ganzen Menschen sind, die da mit ihm vor dem Fernseher sitzen. Und warum der Trottel mit der Trainingsjacke ständig im und vor dem Bild herumspringt…



Literatur in den Häusern der Stadt
24. November 2007, 19:30
Gespeichert unter: Mainfranken Theater

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20071124_literaturindenhausern.jpgEin voyeuristisches Konzept, das aufgeht. Zeitgleich finden in Würzburger Privatwohnungen Lesungen statt, mal szenisch, mal mit Musik, immer privat und intim. Das Ensemble des Mainfranken Theaters strömt aus und lädt mit Würzburger Gastgebern – wohin, bleibt bis zum Kartenkauf ein Geheimnis. Tiefgehende Einblicke in das Private inklusive.

20071124_literaturindenhausern-1.jpgEin befremdendes Gefühl, an einer fremden Tür zu klingeln, eine fremde Wohnung zu betreten. Wie eine in eine Kirchenbank gepresste Gruppe adoleszenter Konfirmanden nehmen fremde Menschen nebeneinander im ausgeräumten Wohnzimmer platz, die Hände hilflos um ein Glas Wasser geklammert. Doch die Scheu schwindet schnell, letztlich verbindet alle das Gefühl von Unsicherheit, und Philipp Reinheimer schafft es mit Walter Moers Mär von Käpt´n Blaubär das Eis zu brechen. Phillipp Reinheimer ist der Blaubär, sein IKEA-Sessel wird zum Schiff, das Wohnzimmer ist das Meer. Gemeinsam verlassen die Gäste Würzburg und begeben sich auf eine unglaubliche Reise durch eine wunderbare Fantasiewelt. Die Lesung mutiert von der ersten Sekunde zum Einpersonenstück, intimer und direkter kann Theater nicht sein.

Ein beeindruckendes, einmaliges Erlebnis und eine mutige, charmante Gastgeberin.



40 Jahre Ferien – Ein Lehrer packt ein… | Han´s Klaffl
17. November 2007, 20:15
Gespeichert unter: Cabaret

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20071117_hansklaffl.jpgNestbeschmutzer? Denunziant? Burn-Out-Opfer? Nein, Han´s Klaffl ist einfach nur ehrlich und bietet dem lehrerlastigen Publikum satte drei Stunden Gelegenheit, an seiner psychoanalytischen Selbsttherapie teilzuhaben. Wie eine Eigenurinbehandlung wirkt das Programm auf Klaffl, der den Urin bühnentauglich gegen Rotwein eintauscht und sich dabei unaufhaltsam steigert, ohne jemals den roten Faden zu verlieren.

Verständnisvoll, mit viel Charme, versucht der Staatskabaretist auf Lebenszeit den prägenden Schulalltag zu verarbeiten. Das Publikum hat ausnahmslos (!!!) Tränen in den Augen, ob aus Mitgefühl oder doch nur vor Lachen bleibt offen. Klaffl aber ist ein Geheimtipp und prädestiniert für den Posten des Kultusministers. Pflichtlektüre für Lehrer, Schüler, und jeden, der jemals eine Schule besucht hat. Grandios!



Die Dreigroschenoper | Bertold Brecht / Kurt Weil
1. November 2007, 19:30
Gespeichert unter: Schauspiel

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20071101_dreigroschenoper.jpgDer Haifisch hat Zähne, Macheath ein Messer, Mackie einen Handschuh und auch Schmul Meier bleibt verschwunden. Nichts Neues also? Im Gegenteil!

20071101_dreigroschenoper-1.jpgDas Staatstheater Nürnberg überbrückt die Abgründe des Kapitalismus mit viel Satire, holt das Publikum nicht nur im übertragenen Sinne auf (im brechtschen Sinne sogar hinter) die Bühne und schafft den Spagat zwischen Glamour und Gosse. Und dazu Kurt Weil aus dem Orchestergraben… 

Sehenswert!