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Dem Besuch einer Mitarbeiterin der Adoptionsagentur fiebern Tom und Linda aufgeregt entgegen, schließlich soll sich der Kinderwunsch nun endlich erfüllen. Doch Toms Brüder Dick und Harry heben mit ihren naiv-kriminellen Machenschaften den Biedermann-Haushalt aus den Angeln, und das Chaos ist programmiert.
Die Meininger Kammer zeigt ein anspruchsloses Stück Theater, und obwohl die Inszenierung viel Tempo hat und hektisch wirkt, lassen sich zwischenzeitliche Längen nicht vermeiden. Größtes Manko aber bleibt das Stück selbst. Es ist ausnahmslos absehbar und vorhersagbar, Spannung kann nicht entstehen. Dafür aber stellt das Stück keine Ansprüche an das Publikum und bietet mssenkompatibles, kalkuliertes Entertainment. Dem Zuschauer wird vorgekaute – teilweise sogar vorverdaute – Theaterkost serviert, es muss nur noch konsumieren. Eine belanglose Komödie eben.
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Wünsche, Sehnsüchte, Ängste, Triebe, Träume und Fantasien – nach außengekehrt und gleich wieder wie weggewischt. Das ist die Welt des Bahnhofskehrers in ZwischenGleise, seine ganz eigene Welt. Ihm begegnen Menschen, authentische Menschen, die sich in der Bahnhofshalle wartend in sich selber verlieren und sogleich in die kalte Realität zurückgezerrt werden. Nur wenig haben die Wartenden gemeinsam. Scheinbar.
ZwischenGleise ist ein lebendiges und ambitioniertes Stück Theater, jenseits aller Konventionen, so emotional und echt, wie Theater nur sein kann.
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Der Haifisch hat Zähne, Macheath ein Messer, Mackie einen Handschuh und auch Schmul Meier bleibt verschwunden. Nichts Neues also? Im Gegenteil!
Das Staatstheater Nürnberg überbrückt die Abgründe des Kapitalismus mit viel Satire, holt das Publikum nicht nur im übertragenen Sinne auf (im brechtschen Sinne sogar hinter) die Bühne und schafft den Spagat zwischen Glamour und Gosse. Und dazu Kurt Weil aus dem Orchestergraben…
Sehenswert!
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Der Stürmer und Dränger Ferdinand verfängt sich im Labyrinth zwischen Ständeklausel, Liebe und einer Intrige. Das Südthüringische Staatstheater in Meiningen öffnet seine Kammer und gibt eine zahme, wenig ambitionierte Fassung von “Kabale & Liebe” zum Besten. Man tut sich schwer, in Ferdinand den jugendlichen Revoluzzer zu erkennen, zu angepasst und brav zeigt er sich. Auch die übrigen Akteure können Schillers Charaktere nicht überzeugend zum Leben erwecken, zu sehr spielen die Millerin, die Lady und Wurm sich am Text entlang.
Ein Theaterabend, der das Attribut „nett“ verdient, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
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Zu Hause beim alten Meister: in historisch bedeutsamen Mauern gibt das ehrwürdigen Nationaltheaters zu Weimar, wo Schiller zu Lebzeiten seine Stücke selbst inszenierte, Maria Stuart zum Besten. Die beeindruckender Statisterie zeigte sich flexibel und formbar wie ein Fischschwarm, (trans-) formiert und erfindet sich dabei ständig neu, ist Hofstaat und Hofnarr, synchron und einer Chor-Inszenierung durchaus würdig. Nicht so die Königinnen selbst, die – trotz der grandiosen Fassung – schwächelnd durch die Akte schlendern.
So lebt die Inszenierung vor allem durch die ausgefeilte Chorographie und einer getakteten Dialogführung. Kaleidoskopähnliche Formationen schmeicheln der Netzhaut, während Friedrich vor den Türen bleibt und nach den Lorbeeren zu greifen versucht. Spannend inszeniert, nicht interpretiert, das ist Maria Stuart in Weimar.
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Leider ist es mir nicht möglich, für den Erdbeermund eine entsprechende Rezension zu schreiben, da ich das Stück zur Halbzeit angewidert verlassen musste. Eine erotische Lyrikrevue mit Balladen über Liebe, Hass und Leidenschaft wurde versprochen, eine peinlich-frivole Blamage im Stil von Klimbim wurde geboten.
Ein unförmiger Akteur versinkt auf einer Couch, wird umschlichen von drei Damen im Kätzchenkostüm, die sich abstrampeln, als säßen Brad Pitt oder George Clooney vor ihnen auf der Couch. Dazu Gedichte, die für sich das Attribut Lybeslyrik beanspruchen dürfen, in dieser Form aber zur Persiflage verkommen. Mehr Ekel als Erotik! Jedem (!!!) sei an dieser Stelle das „Zwischenstück mit dem Feigenblatt“ in der Kammer des Mainfranken Theaters ans Herz gelegt, denn hier wird Erotik nicht vorgeführt, sondern gelebt!
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In Berlin steppt der Bär – in diesem Fall jedoch der von Katja Riemann, der bei einer leidenschaftlichen Sexszene auf dem Bühnenboden der Komödie am Kurfürstendamm unter dem kleinen Schwarzen hervorblitzt.
Die „Szenen einer Ehe“ zeigen schonungslos und prototypisch die Metamorphose vom Paar zur Wohngemeinschaft mit Trauschein. Bekannt für professionelles Regietheater setzt die Komödie mit Katja Riemann und Peter René Lüdicke zwei emotionale Akrobaten in ein unterkühltes Bühnenbild und gibt so viel Raum für einen perfiden und pervertierten Machtkampf zwischen den Geschlechtern.
Und dieser Freiraum wird genutzt: es wird gelacht, geweint, geschrien, getanzt, geheult und gefickt. Immer stilvoll, immer echt, und dennoch bleibt die Distanz gewahrt, die Schauspieler reichen kaum in den Zuschauerraum. Dafür aber solides Bühnenspiel.
